#Mutmachgeschichten – Nichts ist unmöglich

Dezember 3, 2021

Ich bin Selma Sürer und lebe in der Weltstadt Berlin. Als Kleinkind erkrankte ich an dem Poliovirus, der beim Menschen die Kinderlähmung auslöst. Bei mir waren von der Lähmung beide Beine betroffen. Natürlich kann ich mich nicht daran erinnern, dafür erinnerte sich meine Mutter umso besser. Mit 13 Jahren entschied ich mich für den Rollstuhl, anstatt mit Orthesen mühsam voran zu kommen. Zu dem Zeitpunkt, kam ich auf eine der ersten integrativen Oberschulen hier in Berlin, um gemeinsam mit überwiegend nicht-behinderten Jugendlichen die Schule zu besuchen.

Selma Sürer_Blog

Da ich mich selbst nie als Behinderte sah, erlebte ich auch kaum negative Erfahrungen - im Gegenteil. Im späteren Verlauf des Lebens, sollte ich aber kennenlernen, wie Gesetze und die Gesellschaft versuchen werden, jemanden wie mich in eine Schublade zu stecken und mir vorzuschreiben, welchen Beruf ich erlernen „darf" und inwieweit die Welt mir offensteht oder nicht. Man muss sich seinen Weg, der voller Hindernisse ist, selbst bauen und früh lernen, sich selbst zu behaupten. Eine andere Wahl hat man nicht.

Bis etwa Mitte Dreißig war ich körperlich topfit. Ich trainierte an sechs Tagen die Woche mehrere Stunden, nahm an Wettkämpfen teil, arbeite im Sozialdienst und fuhr mit meinem eigenen Auto kreuz und quer durch die Stadt. Ich wusste bis dahin nicht, was Post-Polio-Symptome und Spätfolgen der Kinderlähmung sind. Kraftverlust und Ausfallerscheinungen schob ich auf Erschöpfung und Ermüdung, bis ich eines Besseren belehrt wurde. Post-Polio-Symptome kommen schleichend. Inkontinenz ebenso. 2017 erlebte ich zudem einen Sturz im Sommerurlaub und zurück in Berlin wurde eine hochgradige Spinalkanalstenose diagnostiziert, die umgehend in der Neurochirurgie operiert werden musste. Mein Rückenmark war auf der Brustwirbelebene Th 10/11 beschädigt, die Folge war eine inkomplette Paraplegie.

Ich empfand es als belastend, meine Blase überhaupt nicht mehr kontrollieren zu können.

Viel belastender fand ich jedoch, dass ich meine Blase überhaupt nicht mehr kontrollieren konnte und den ganzen Tag über in meinem eigenen Urin saß. Im Krankenhaus wurde ich in nur 20 Minuten von einem jungen Mädchen in die intermittierende Katheterisierung eingewiesen und danach war ich im Grunde damit mir selbst überlassen. Die ersten Monate waren eine einzige Katastrophe. Ich hatte ständig eine Blaseninfektion und musste Antibiotika nehmen.

Die Katheter von Wellspect HealthCare kannte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Mein Leidensdruck führte mich zu vier verschiedenen Ärzten, darunter Gynäkologen und Urologen, die mit mir, als Patientin im Rollstuhl, mit eben diesem Inkontinenzproblem, offensichtlich überfordert waren und mich weiter schickten zu anderen Kollegen und Kliniken. Ich machte eine Pause und ging mein Problem Anfang des Jahres nochmals von vorne an und hatte Glück einen Spezialisten auf diesem Gebiet kennenzulernen, der mir sofort neue Hoffnung gab und eine Lösung hatte.

Im vergangenen Sommer wurde ich von ihm auch operiert und mir wurde eine Blasenschlinge, eine Art urethrales Bändchen eingesetzt. Daraufhin empfahl er mir Wellspect und stellte mein Katheterregime vollkommen neu auf. Seither geht es mir viel besser. Endlich, nach jahrelangem Stress und Frust.

Erfahren Sie auf unserer Homepage mehr über die Therapie des intermittierenden Katheterismus (IK) und unsere LoFric Katheter.

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Sie möchten uns, wie Selma, Ihre eigene #mutmachgeschichte erzählen? Von der Diagnosestellung über Symptome bis hin zur Bewältigung des Alltags: Jeder Inkontinenzbetroffene hat seine eigene Geschichte. 

Bei unserer Aktion #mutmachgeschichten geht es darum, mit dem Tabu Inkontinenz aufzuräumen und die Lebensgeschichte von Betroffenen und deren Umgang mit der Inkontinenz zu erzählen. Schicken Sie uns Ihre #mutmachgeschichte an marketing@wellspect.com und helfen Sie damit anderen Betroffenen offen mit dem Thema Inkontinenz umzugehen.

Topics: Mutmachgeschichten, Anwenderstory, Intermittierende Katheterisierung (IK)